Jetzt schnell abwerben!Warum jetzt der beste Moment für die Gewinnung von Manager:innen und Top-Spezialist:innen ist

Hund aufgeregt und atemlos als Symbol. Jetzt schnell abwerben! Fach- und Führungskräfte abwerben, jetzt!

Manche Leser:innen erinnern sich noch. Zu Beginn des ersten Lockdowns habe ich dazu aufgerufen, auf Headhunting und Active Sourcing zu verzichten. „Jetzt nicht abwerben!“ habe ich den Kollegen und Kolleginnen zugerufen. Ja und jetzt? Jetzt behaupte ich genau das Gegenteil. Genau! Jetzt ist es an der Zeit, sich für die Zukunft aufzustellen und (Arbeits-)Marktanteile zu gewinnen. Für einen nachhaltigen Erfolg Ihres Unternehmens.

Wie hat sich der Arbeitsmarkt verändert? – Kurzer Überblick in anschaulichen Zahlen

Unternehmen sollten in Personalplanung und Recruiting auf folgende Veränderungen reagieren:

Arbeitslosenquote steigt:
Arbeitslosenquote_Fachkräfte_abwerben

Quelle Arbeitsagentur[1]

Kurzarbeit explodiert
Kurzarbeit 2020 Fachkräfte abwerben

Quelle Arbeitsagentur[2]

Jede Branche ist anders betroffen, entsprechend steigt oder sinkt die Zahl der Beschäftigten
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Wirtschaftszweigen Jetzt schnell abwerben!

Quelle Arbeitsagentur[3]

Und was ist mit den besonders begehrten Fach- und Führungskräften?

Wie immer gilt: Je geringer die Qualifikation umso höher die Arbeitslosenquote (20,9% ohne Berufsabschluss, 3,6% mit Berufsausbildung, 2,6% Akademiker:innen). Jedoch ist die Arbeitslosigkeit bei Akademiker:innen gegenüber dem Vorjahr anteilig besonders stark angestiegen:

Arbeitslosigkeit 2020 nach Personengruppen. Jetzt schnell abwerben! Akademiker waren selten so verfügbar wie heute!

Quelle Arbeitsagentur[4]

Mehr Arbeitslose pro offene Stelle aber auch sinkende Fluktuation

Es werden weniger offene Stellen gemeldet, die Arbeitslosigkeit steigt, entsprechend ändert sich das Verhältnis „Anzahl offener Stellen“ zu „Anzahl Arbeitslose“.

ArbeitArbeitslose pro Arbeitsstelle und abgeschlossene Vakanzzeit. Jetzt schnell abwerben! So günstig war das Verhältnis für Recruiter schon seit Jahren nicht mehr!

Quelle Arbeitsagentur[5]

Allerdings weist die Arbeitsagentur in mehreren Veröffentlichungen darauf hin, dass weniger neue offene Stellen gemeldet werden, weil Menschen in der Rezession risikoavers sind und seltener freiwillig den Arbeitsplatz wechseln, d.h. es werden weniger Stellen zur Nachbesetzung ausgeschrieben.

Was bedeutet das für Recruiter? Wenn es mehr Arbeitslose pro offene Stelle gibt, dann gibt es normalerweise mehr Bewerbungen, was in Zeiten des Fachkräftemangels eine gute Nachricht ist. Wenn jedoch gleichzeitig die Wechselbereitschaft von qualifizierten Menschen sinkt, so könnte das diesen Effekt aufheben. Im ungünstigsten Fall könnte die Anzahl der Bewerbungen steigen und gleichzeitig die Qualität der Bewerberprofile sinken, denn voraussichtlich werden Arbeitgeber nicht zuerst ihre topqualifizierten Expert:innen und Führungskräfte entlassen.

Recruiting-Aktivitäten sind auch je nach Branchen sehr unterschiedlich

Quelle: Indeed[6]

Statistiken von Indeed erfassen immer einen besonders großen Teil des Arbeitsmarkts, denn sie bilden auch Stellenanzeigen ab, die nicht direkt auf Indeed geschaltet werden. Die hier zitierten August-Zahlen 2020 berücksichtigen noch nicht die Wirkung des zweiten Lockdowns, doch insbesondere der Vergleich zur Vorjahresentwicklung zeigt, dass es enorme Unterschiede gibt je nach Berufsgruppe und Branche. Und dass zumindest für manche Engpass-Berufe trotz Corona-Krise noch verzweifelter gesucht wird als im Vorjahr.

Zusammenfassende Bewertung der Zahlen:

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Arbeitsmarkt in Bewegung geraten ist. Insgesamt steigt die Arbeitslosigkeit und die Anzahl offener Stellen sinkt. Das könnte die Personalbeschaffung vereinfachen, teilweise auch in Akademiker-Berufen. Andererseits suchen Unternehmen gerade in den Berufen, die typischerweise vom Fachkräftemangel betroffen sind, weiterhin intensiv neue Mitarbeiter. Und es gibt Hinweise darauf, dass Menschen in der Rezession weniger wechselbereit sind. Kurz, es gibt neue Chancen für das Recruiting, aber es gibt immer noch nichts geschenkt.

Jetzt (Arbeits-)Marktanteile gewinnen!

Im September 2019 habe ich bereits darüber gebloggt, dass gerade eine Rezession ein guter Moment ist, um Marktanteile zu gewinnen. Unternehmen sollten in der Krise nicht sparen. Sie sollten im Gegenteil die Gelegenheit nutzen, um sich im Wettbewerb besser aufzustellen. Während sich der kriselnde Wettbewerb mit sich selbst, mit Personalabbau, Standortschließung und Insolvenzverhinderung befasst, kann ein gut vorbereitetes Unternehmen gerade jetzt langfristige Beziehungen zu alten und neuen Kunden aufbauen bzw. vertiefen und Innovation vorantreiben. Ja, und eine Belegschaft für die Zukunft entwickeln. Selbst wenn kurzfristig Personalabbau und Kurzarbeit nötig ist, sollte ein grundlegend gesundes Unternehmen direkt nach den Sparmaßnahmen in eine gute Personalstrategie investieren. Und zwar nicht erst dann, wenn es alle tun. Sondern genau jetzt, mitten in der Rezession. Dazu gehört neben einer zukunftsorientierten Weiterbildung und Personalentwicklung folgendes:

Jetzt Manager:innen und Top-Spezialist:innen gewinnen, die man bisher nicht erreichen konnte

Für Ihre digitalen Geschäftsmodelle fehlen Ihnen die richtigen Profis, weil Sie sie nicht an ihren Standort in Neumünster oder Radolfzell locken konnten? Die Entwicklung Ihrer Sensoren für autonomes Fahren stockt, weil die interessantesten Ingenieure bisher lieber zu dem namhaftesten Automobilkonzern vor Ort gingen? Die idealen Vertriebsingenieure mit dem praktischen Branchennetzwerken wollten sich einfach nicht locken lassen? Dann ist jetzt Ihr Moment gekommen! Eine unglaubliche Kurzarbeiterquote, die höchste Arbeitslosigkeit seit ca. 10 Jahren, von der teilweise auch hochqualifizierte Menschen betroffen sind, Einstellungsstopps und erratische Recruiting-Entscheidungen wohin man schaut. Jetzt können Sie Menschen ansprechen, die wegen der Entwicklung am Arbeitsmarkt und bei ihrem aktuellen Arbeitgeber verunsichert sind. Wenn Sie Manager:innen oder Spezialist:innen ansprechen, die seit März im Kurzarbeit sind, schon zwei Personalabbau-Runden in 2020 erlebt haben oder befürchten, dass ihr Arbeitgeber nach den noch geltenden Übergangsregeln in die Insolvenz geht, dann hören sie Ihnen zu. Auch wenn sie in dem Pre-Corona-Arbeitsmarkt Ihnen kein Ohr geschenkt hätten. Das ist Ihre Gelegenheit, Mitarbeiter:innen mit einem hochwertigen Skill-Set zu gewinnen, die Sie bisher nicht erreichen konnten. Stellen Sie sie jetzt ein und starten Sie nach der Rezession mit neuer Kompetenz und Stärke durch. Mit Menschen, die es Ihnen nie vergessen werden, dass Sie ihnen in schweren Zeiten eine sichere Chance gegeben haben.

Jetzt Talentpool aufbauen und nach der Krise schneller durchstarten

Natürlich können in der Rezession viele Unternehmen nicht unbegrenzt Wunschmitarbeiter einstellen, z.B. weil die Ressourcen einfach knapp sind oder auch aus rechtlichen Gründen (in Kurzarbeit dürfen Unternehmen nicht einstellen). Trotzdem können Sie sich am Arbeitsmarkt heute schon die besten Skills für morgen sichern. Werben Sie heute schon Ihre Traumkandidat:innen für die Zukunft an! Wie beschrieben, ist der Arbeitsmarkt gerade in Bewegung, und Menschen, die Sie sonst nur schwer erreichen, sind jetzt gesprächsbereit. Wer jetzt seine zukünftigen Wunschkandidat:innen mit entwaffnender Ehrlichkeit anspricht und z.B. über geplante Stellen und Innovationsprojekte für Q4 2021 spricht, lernt die richtigen Kandidat:innen kennen, positioniert sich als glaubwürdiger und langfristiger Partner und kann sobald es wieder möglich ist, schnell besetzen. Und zwar mit Kandidat:innen, die ansonsten nicht zugänglich gewesen wären.

Jetzt inne halten und anders recruiten (Diversity-Recruiting)

Viele Menschen finden, dass die Krise ein guter Zeitpunkt ist, um inne zu halten. Ich finde, das gilt auch für diejenigen Geschäftsführer:innen und Personaler:innen, die für die Personalstrategie verantwortlich sind. Ich denke, sie sollten inne halten und darüber nachdenken, dass Unternehmen erfolgreicher (z.B. profitabler und innovativer) sind, wenn ihre (Management-)Teams divers zusammengesetzt sind. Nehmen Sie sich diesen Moment und prüfen Sie, ob Ihre Teams altersdivers zusammengesetzt sind, ob es Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund auf allen Management-Ebenen gibt, ob Sie Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen beschäftigen … Wenn nicht, dann ist es Zeit für ein konsequentes Diversity Recruiting.

Jetzt Arbeitgebermarke aufbauen

Wie bereits in dem erwähnten Beitrag im September beschrieben, rentieren sich Zukunftsinvestitionen gerade in der Krise. Wenn es Ihrem Unternehmen schwer fällt, Menschen mit bestimmten Kompetenzprofilen zu gewinnen, dann ist das Unternehmen entweder in Ihrer Zielgruppe nicht ausreichend bekannt oder es ist zwar bekannt, aber nicht als guter Arbeitgeber. Ja, ich meine das ganz ernst: genau jetzt ist der richtige Moment, um Ihr Employer-Branding zu überprüfen und eine Kampagne zu beginnen. Damit Sie nach der Krise mit einer neuen Positionierung am Arbeitsmarkt voll durchstarten können!

Fazit

Der Fach- und Führungskräftemangel ist immer noch da und wird nach dem Lockdown mit voller Wucht zurückkehren. Nutzen Sie die aktuelle Verschnaufpause, um die richtigen Mitarbeiter:innen für eine erfolgreiche unternehmerische Zukunft zu gewinnen!

 

Schreiben Sie uns gerne eine Mail (info@ferber-personalberatung.de), wenn Sie mit uns unverbindlich über eine nachhaltige Personalstrategie sprechen wollen. Wir sind eine Manufaktur für Mittelstandsrecruiting und wir unterstützen Sie, wenn Sie im Recruiting von technischen Führungskräften keine Kompromisse machen wollen.

 

Ina Ferber

F e r b e r  Personalberatung

Manufaktur für Mittelstandsrecruiting

Aufgaben für starke Persönlichkeiten

+49 (0) 173 277 1017

www.ferber-personalberatung.de

info@ferber-personalberatung.de

 

Dieser Blogartikel ist mein Beitrag zur Blogparade RECRUITING LEARNINGS DURCH CORONA #recruitinglearnings2021 von Tim Verhoeven (RECRUITING NERD)

 

[1] Arbeitsagentur, Eckwerte Arbeitsmarkt, Auswertung auf https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Statistiken/Interaktive-Angebote/Dashboard-Eckwerte-Arbeitsmarkt/Dashboard-Eckwerte-Arbeitsmarkt-Nav.html erstellt am 06.01.2021 von Ina Ferber
[2] Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt | Dezember und Jahr 2020, Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt
[3] ebd
[4] ebd
[5] ebd (Vakanzzeit lässt sich nicht eindeutig interpretieren, da sie sich auch wegen der Lockdowns (Einstellungsstopps, vorübergehende Einstellungsstopps) verlängert hat, d.h. die Verlängerte Vakanzzeit ist diesmal nicht als ein Hinweis auf erhöhten Fachkräftemangel zu verstehen)
[6] Coronavirus. Welche Wirtschaftsbereiche sind für die Erholung des Arbeitsmarktes verantwortlich? 4. September 2020 Annina Hering https://www.hiringlab.org/de/blog/2020/09/04/corona-krise-arbeitsmarkt-update/ abgerufen am 06.01.2021