Personalberatung und Recruiting

#HRvsCoronaKrise: Jetzt nicht abwerben! Recruiting Sourcing Corona Vorschaubild

#HRvsCoronaKrise: Jetzt nicht abwerben!

#HRvsCoronaKrise: Jetzt nicht abwerben!

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Heute wende ich mich an meine Kollegen. An kleine Personalberater und namhafte Executive-Search-Konzerne, an digitale Sourcing-Firmen, Tech-Recruiter und an alle internen Sourcer und Talent-Acquisition-Manager in der Industrie. Ich habe nur eine Botschaft:

Jetzt nicht abwerben!

Ja, ich gebe zu, es ist verführerisch. (Beginnende) Rezessionen sind immer ein guter Moment, um die Kandidaten-Datenbank zu füllen. Bei mir steigt gerade die Zahl der Bewerbungen deutlich[1]. Das zeigt, dass viele Angst um ihren Job haben. Verunsicherte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind gesprächsbereit. In solchen Zeiten lassen sich gut Beziehungen zu Kandidatinnen und Kandidaten aufbauen, um nach der Krise offene Stellen schneller zu besetzen. In jeder normale Rezession sollten Recruiter, Sourcer uns Headhunter möglichst viele spannende Kandidaten kontaktieren, um sich für das Wachstum nach der Rezession aufzustellen. Dazu habe ich im September gebloggt. Nur jetzt nicht!

Es gibt gerade keine Organisation, die nicht am Limit ist. Die einen sind am Limit, weil die Arbeitslast überwältigend ist, ob im Supermarkt oder in der Klinik. Die anderen sind am Limit, weil die Mitarbeiter in Kurzarbeit oder Zwangsurlaub sind und mit einer Notbesetzung der Betrieb aufrechterhalten wird, um möglichst viele Arbeitsplätze für die Zeit nach der Pandemie zu retten. Manche haben keine Übung damit, Mitarbeiter flächendeckend im Home Office zu lassen. Und wenn Kolleginnen und Kollegen an Corona erkranken, dann ist es für alle anderen doppelt schwer, in dieser Zeit durchzuhalten. Auch kleine Störungen können kritisch werden. Verantwortungsbewusste Sourcer und Headhunter machen es diesen Unternehmen nicht noch schwerer.

Ich bin überzeugt, niemand kommt jetzt auf die Idee, Menschen aus systemrelevanten Berufen zu sourcen. Ob nun Lungenfacharzt in der Klinik oder Engineering-Chefin eines Internet-Knotens – hier herrscht sicher Einigkeit und Einsicht bei meinen Berufskollegen. Diese Berufsgruppen sind tabu. Doch auch den Werksleiter eines Automobilzulieferers, der mit Kurzarbeit, Krankenstand und einer Rumpf-Besetzung im Home Office kämpft, um verbleibenden Kundenprojekte und Arbeitsplätze zu retten sollten wir jetzt nicht stören. Auch nicht den CTO eines Chemieunternehmens, welches versucht, Werke auf die Herstellung von Desinfektionsmitteln umzustellen. Oder den Call-Center-Leiter eines Logistikers, der vielleicht Lebensmittel an Quarantäne-Haushalte liefert. Liebe Kollegen, jetzt nicht!

Die Frage ist, was tun wir stattdessen? Meiner Meinung nach gibt es da drei Alternativen.

  1. Sourcing-Kollegen, die in Industrie-Unternehmen tätig sind, können eventuell, andere dringende Aufgaben unterstützen. Insbesondere können Sourcer überzeugend und zielgruppengerecht über digitale Kanäle kommunizieren. Und Kommunikation zu Hygienemaßnahmen, Kurzarbeit, Effizienz im Home Office, Kommunikation gegen die Angst und für Zusammenhalt braucht jetzt jede Organisation.
  2. Personalberater und Sourcer, die jetzt aktuell offene Stellen besetzen, sollten alternative Wege gehen, um Wunschkandidaten zu erreichen. Dabei denke ich vor allem an das Schmuddelkind „Stellenanzeige“ und an professionelle Recruiting-Kampagnen. Denn natürlich verlieren jetzt schon Menschen ihre Jobs. Oder sie wollen in den Beruf zurückkehren, weil der Partner den Job verloren hat. Oder sie fühlen sich als (Früh-)Rentner in der Verantwortung und wollen zumindest in der Krise etwas beitragen. Vor der Pandemie waren Stellenanzeigen ein sehr unzuverlässiges Instrument, doch es ist jetzt leider absehbar, dass immer mehr Menschen ihre Arbeit verlieren werden. Diese Menschen lassen sich mit Stellenanzeigen erreichen, und wer diese Menschen einstellt, reißt keine Lücke an anderer Stelle. Wir, die Ferber Personalberatung, haben Recruiting-Kampagnen noch nicht verlernt. Wer einen pro-bono-Rat sucht oder mit uns eine Kampagne umsetzen möchte, kann uns hier erreichen: 0173-2771017, info@ferber-personalberatung.de
  3. Allen anderen Sourcern und Recruitern empfehle ich, die Krise als Gelegenheit zur Professionalisierung zu nutzen. Die Candidate Experience optimieren, endlich Google-for-Jobs verstehen, das Employer Branding und das Personal Branding überprüfen,… Hervorragend hat das mein Blogger-Kollege Henner Knabenreich in seinem Beitrag „Das Recruiting in Zeiten des Coronavirus“  beschrieben. Insbesondere die Vorschläge ab der Überschrift „Wie Sie das Recruiting in Zeiten des Coronavirus (und darüber hinaus) virtuell gestalten“ sind hier relevant, also bitte bis dahin scrollen oder lesen.

Lasst uns zusammenhalten, um Pandemie und Rezession zu überstehen.
Bleibt bitte zu Hause, bleibt allein, und bleibt gesund!

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Dieser Artikel ist mein Beitrag zur Bloggerparade #HRvsCoronaKrise.

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[1] Die neusten Zahlen von Wolfgang Brickwedde, ICR, https://competitiverecruiting.de/ sind da nicht so eindeutig. Öffentlich habe ich die Daten bisher nur im Blog von Christoph Athanas, meta HR, https://www.metahr.de/ gefunden: „Bewerberzahlen: Ein gemischtes Bild. Etwa die Hälfte der befragten Recruiter meldet sinkende oder stark sinkende Bewerberzahlen. Die andere Hälfte gibt an entweder keine Veränderung in den Bewerberzahlen festzustellen, bzw. in wenigen Fällen sogar mehr Bewerbungen zu erhalten.“ in „So reagiert Recruiting auf die Coronakrise. Aktuelle Zahlen einer Blitzumfrage“ https://blog.metahr.de/2020/03/23/so-reagiert-recruiting-auf-die-coronakrise-aktuelle-zahlen-einer-blitzumfrage/ , Abgerufen am 24.03.2020