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Bürohunde in Interviews

"Menschen und Tiere sind gemeinsam einfach glücklicher!" Bürohunde bei Purina, ...

"Menschen und Tiere sind gemeinsam einfach glücklicher!" Bürohunde bei Purina, PPA und blackolive

Bürohunde in Interviews
Vorbemerkung: Diese Interviews haben wir geführt bevor die Pandemie in Deutschland angekommen ist. Ich habe mir lange überlegt, ob es angemessen ist, jetzt über ein so leichtes und alltägliches Thema zu bloggen, und dann auch noch teilweise mit so langer Pause zwischen Interview und Veröffentlichung, weil meine Blog-Aktivitäten unter den Corona-Turbulenzen sehr gelitten haben. Ich habe mehrmals in mein Netzwerk hineingehört. Und viele Freunde und Kollegen sagten, dass sie gerade jetzt das Bedürfnis nach etwas Alltag und Normalität haben. Andere begegnen in der aktuellen Situation zum ersten Mal einem Hund im Büro, nämlich in ihrem Home Office, und finden es gut zu sehen, wie es anderen mit Bürohund geht. Deswegen gehen jetzt diese Interviews online, nicht obwohl, sondern gerade weil sie nichts mit Corona zu tun haben. Und jetzt zum eigentlichen Thema:

Warum Bürohunde wichtig und wie gut sie für Menschen und Unternehmenserfolg sind, das war das Thema dieses Experteninterviews: Ein „Wuff“ gegen Burnout! Interview mit M. Beyer, Bundesverband Bürohund e.V. Vier weitere Interviews mit Bürohundehaltern gibt es hier.

Heute stellen wir drei Unternehmen mit Bürohund in Interviews vor.

Interview mit Cathrin Koch, Director Communication Nestlé Purina PetCare Deutschland GmbH

Name des Unternehmens: Nestlé Purina PetCare Deutschland GmbH

Anzahl der Mitarbeiter: ca. 500

Anzahl der Bürohunde: aktuell 36

Bürohunde erlaubt seit 2009

Bürohund Bailey bei Purina

EMPLOYERREPUTATION: Warum hat das Unternehmen Bürohunde zugelassen?

KOCH: Wir sind der Überzeugung, dass Menschen und Tiere gemeinsam einfach glücklicher sind. Und da die 2-Beiner nun mal recht viel Zeit mit und bei der Arbeit verbringen, haben wir die Initiative Pets at Work ins Leben gerufen. Wir möchten Unternehmen dabei unterstützen, ihre Büros hundefreundlich zu machen. Denn davon profitieren Arbeitnehmer und -geber gleichermaßen: Laut Umfrage würden 70 Prozent der Hundehalter ihren Vierbeiner gern regelmäßig mit zum Job nehmen, wenn es erlaubt wäre, und fast jeder zweite wäre bereit, dafür auf mehr Gehalt zu verzichten (Purina Trendumfrage 2017). Bei der Jobwahl stellt es inzwischen also einen extrem wichtigen Faktor dar, wenn Hunde in Firmen willkommen sind.

Bürohund Emily PURINAEMPLOYERREPUTATION: Wie erfreuen Euch die Bürohunde?

KOCH: Wir merken täglich aufs Neue, welche positiven Effekte die Hunde auf unser Berufsleben ausüben. Sie stärken den Teamspirit, fördern die sozialen Kontakte, erden uns in stressigeren Momenten und halten uns in den Pausen aktiv. Ein Blick in die treuen Knopfaugen reicht, und schon ist das unerfreuliche Telefonat vergessen, die ganze Arbeitsatmosphäre ist eindeutig angenehmer und freundlicher. Mittlerweile haben sich unter den Mitarbeitern feste Hunde-Freundschaften entwickelt – auch über den Büroalltag hinaus: Kollegen übernehmen Wochenend- und Urlaubsdienste und wechseln sich beim Spielen und Gassigehen mittags ab. Einen Arbeitsalltag ohne unsere Vierbeiner können wir uns gar nicht mehr vorstellen

EMPLOYERREPUTATION:  Gab es auch Probleme und wie wurden die Probleme gelöst?

KOCH: Wie in jeder guten Beziehung kann es auch zwischen 2- und 4-Beinern mal knirschen. Da hilft uns das offene Gespräch und der gegenseitige Respekt für die Bedürfnisse der anderen. Wir stellen in regelmäßigen Abständen unsere Hausregeln auf den Prüfstand und passen sie bei Bedarf an. Auch Workshops mit unserem Hundetrainer finden immer wieder statt, um den richtigen Umgang mit und zwischen Hund und Herrchen nicht aus den Augen zu verlieren. Die Kollegen sind immer ganz begeistert und gehen nach solchen Besuchen mit unglaublich vielen praxisnahen Tipps nach Hause.

 Bürohund Emily PURINA Hundesport    Bürohunde Freude Purina  Bürohunde, Frauchen und Herrchen Purina

Zur Person

Koch Interview Purina BürohundCathrin Koch, Director Communication Nestlé Purina PetCare Deutschland GmbH

FELIX, GOURMET, Purina ONE, BENEFUL, BEYOND, Purina PRO PLAN, Purina Adventuros, Purina DentaLife und BONZO sind Marken aus dem Hause PURINA, einem der weltweit führenden Experten für Heimtiernahrung. 18.000 Mitarbeiter an 60 Standorten in 50 Ländern geben täglich ihr Bestes für ein langes, gesundes und glückliches Zusammenleben von Mensch und Tier. Unter dem Leitgedanken „PURINA in Society“ engagiert sich das Unternehmen außerdem für Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Belange. So setzt sich PURINA mit Pets at Work zum Beispiel für mehr Hunde am Arbeitsplatz ein.

 

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Interview mit Heimo Saubach von PPA Gesellschaft für Finanzanalyse und Benchmarks mbH

Name des Unternehmens: PPA Gesellschaft für Finanzanalyse und Benchmarks mbH

Anzahl der Mitarbeiter: 118

Anzahl der Bürohunde: 19

Bürohund erlaubt seit ca. 2010

Bürohund Mo, PPA Gesellschaft für Finanzanalyse und Benchmarks mbHEMPLOYERREPUTATION: Warum hat das Unternehmen Bürohunde zugelassen?

SAUBACH: Der Einstieg in unsere „Bürohunde-Karriere“ war eher zufällig. Unser Senior-Chef hatte einen „senioren“ Hund, den er nicht allein zu Hause lassen wollte. „Ondi“ wurde schnell zum Liebling der Firma und da war die Frage von anderen Hundefreunden naheliegend, ob sie nicht auch ihre Lieblinge mitbringen können. Wir haben es ausprobiert und es hat gut funktioniert, nach allgemeinem Eindruck zur Freude von Zwei- und Vier-Beinern …

Bürohund Kosmo, PPA Gesellschaft für Finanzanalyse und Benchmarks mbH
EMPLOYERREPUTATION: Wie erfreuen Euch die Bürohunde?

SAUBACH: Bürohunde strahlen einfach enorm viel positive Energie aus. Dies wirkt sich natürlich auf das persönliche Stressempfinden und der damit verbundenen Produktivität aus. Egal wie stressig der Tag ist, eine Streicheleinheit zwischendrin zaubert einem sofort ein Lächeln ins Gesicht und man kann sich der Arbeit mit einer Portion neuer Motivation weiter widmen.

Bürohund Dakota, PPA Gesellschaft für Finanzanalyse und Benchmarks mbH Bürohund Amy mit Kuscheltier, PPA Gesellschaft für Finanzanalyse und Benchmarks mbH

Es hat jedoch nicht nur im Hinblick auf die Arbeitsatmosphäre und Arbeitsproduktivität eine Auswirkung – durch Bürohunde gewinnen Mitarbeiter auch eine neue Lebensqualität, denn all die privaten Sorgen der Mitarbeiter die einen Hund besitzen wie z.B. „was wenn mein Hundesitter abspringt?“ oder „was wenn ich heute nicht pünktlich Feierabend machen kann, wer lässt dann meinen Hund raus?“ sind einfach weg, denn der Vierbeiner kann einfach auf die Arbeit mit und gemütlich neben oder unter dem Schreibtisch liegen. Bürohunde sind definitiv auf allen Ebenen eine absolute Bereicherung für jedes Unternehmen.

Bürohunde Limmo und Capri, PPA Gesellschaft für Finanzanalyse und Benchmarks mbH struwweliger Bürohund Pebbles, PPA Gesellschaft für Finanzanalyse und Benchmarks mbH
EMPLOYERREPUTATION: Gab es auch Probleme und wie wurden die Probleme gelöst?

SAUBACH: Ein Unternehmen mit Bürohunden setzt die Mitarbeit, das Einverständnis und den rücksichtsvollen Umgang aller Mitarbeiter voraus. Nur so können wir langfristig einen reibungslosen Alltag mit unseren liebgewonnenen Vierbeinern gewährleisten. Zur Prävention von möglichen Problemen haben wir eine interne Hunderichtlinie konzipiert, die von allen Mitarbeitern – mit und ohne
Bürohund – zu beachten ist. In dieser wird sowohl auf die allgemeinen Verhaltensregeln wie z.B. „Büroräume mit Bürohunden sind bei Abwesenheit deren Besitzer nicht zu betreten“ oder „Hunde sind im Gebäude an der Leine zu führen“, als auch auf den gesundheitlichen Aspekt der Tiere wie z.B. regelmäßige Impfung, Entwurmung und Meldung bei einer ggf. diagnostizierten ansteckenden Erkrankung, hingewiesen. Zudem steht allen Mitarbeitern unsere Hundebeauftragte bei allen Angelegenheiten rund ums Thema Hund, sei es einfach eine Frage der Eingewöhnung oder vielleicht doch ein akutes Problem, zur Verfügung. Wir schätzen es sehr, dass wir bei so vielen Bürohunden, dank dem respektvollen Umgang miteinander, einen absolut entspannten Blick in die Büroräume sowie Flure genießen können.

Das sieht dann so aus..

Bürohunde Limmo und Capri schlafen, PPA Gesellschaft für Finanzanalyse und Benchmarks mbH Bürohund Kosmo ruht, PPA Gesellschaft für Finanzanalyse und Benchmarks mbHZur Person

Heimo Saubach ist Geschäftsführer der PPA Gesellschaft für Finanzanalyse und Benchmarks mbH

PPA ist ein modernes Dienstleistungsunternehmen in Darmstadt für die Digitalisierung und Aufbereitung von Daten aus Unternehmensbilanzen. Unsere 120 hoch qualifizierten Mitarbeiter bearbeiten ca. 170.000 Dokumente pro Jahr und setzen dabei selbst entwickelte Systeme mit spezieller Prozesstechnik und künstlicher Intelligenz ein. Unsere Auftraggeber sind die großen Geschäftsbanken, darunter sechs der zehn größten Banken Deutschlands.

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Interview mit Oliver Schön, blackolive advisors GmbH

Name des Unternehmens: blackolive advisors GmbH

Anzahl der Mitarbeiter: 47

Anzahl der Bürohunde: Eine Hündin (Myu, Französische Bulldogge, 5 Jahre alt)

Bürohund erlaubt seit: Firmengründung 2012

Geschäftsführer tobt mit Bürohund Myu blackolive advisors GmbHEMPLOYERREPUTATION: Warum hat das Unternehmen Bürohunde zugelassen?

SCHÖN: Zunächst einmal sprach einfach nichts dagegen. Firmenhunde spielen eigentlich eine Rolle seit unserer Gründung 2012. Bei unserer „dienstältesten“ Hündin Myu hatte mich eine Kollegin angesprochen, ob ich damit einverstanden bin. Ich vertraue meinen Kolleginnen und Kollegen und deshalb hatte ich kein Problem damit, das zu testen. Es hat sich dann relativ schnell gezeigt, dass Myu von allen sehr herzlich aufgenommen wurde. Im Verlaufe der vergangenen Jahre kamen dann weitere Bürohunde dazu. Allerdings haben wir aktuell nur Myu jeden Tag bei uns. Wir haben diese Entscheidung nie bereut und sie gehört mittlerweile fest zu unserer Firma.

EMPLOYERREPUTATION: Wie erfreuen Euch die Bürohunde?

SCHÖN: Im Fall von Myu läuft das vor allem akustisch ab. Es ist schon bemerkenswert, welche Geräusche sie machen kann. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sie mit uns reden möchte. Sie ist einfach ein sehr witziges Tier, das uns immer wieder zum Lachen bringt. Das ist im Alltag durchaus wichtig. Außerdem haben wir auch regelmäßig Kunden und Geschäftspartner im Büro. Und tatsächlich kann es „das Eis brechen“, wenn man Gästen das Büro zeigt und Myu wirft sich vor ihnen auf den Rücken.

EMPLOYERREPUTATION: Gab es auch Probleme und wie wurden die Probleme gelöst?

SCHÖN: Ich bin sehr froh, dass meine Kollegin ihre Hündin sehr gut erzogen hat. Deshalb gab es in den vergangenen Jahren keine Probleme. Natürlich bellt Myu mal, aber das gehört dazu und stört uns nicht. Ich glaube, das einzige Problem ist, dass die Kolleginnen und Kollegen sie sehr gerne etwas verwöhnen. Wenn jeder seinen eigenen Beutel mit Leckerlies im Büro hat und sie damit füttert, schlägt das auch bei ihr schnell auf die Hüfte. Das Problem haben wir aber mit einer strengen Diät sehr gut in den Griff bekommen.

Zur Person

Oliver Schoen mit Bürohund Myu blackolive advisors GmbH2012 gegründet ist blackolive mittlerweile auf 47 KollegInnen gewachsen. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Bürovermietung und das Büroinvestment im Rhein-Main-Gebiet. Auftraggeber werden dabei von der ersten Bestandsanalyse bis zur Vertragsunterschrift betreut. Geschäftsführer und Inhaber Oliver Schön vermittelt seit 1991 Büroimmobilien, arbeitete für Jones Lang LaSalle und BNP Paribas Real Estate. Von 2000 bis 2009 war er außerdem Gründer und Geschäftsführer von Colliers Frankfurt. Nach einer kurzen Auszeit kehrte er 2012 zurück und gründete blackolive. Mit dem Maklerhaus schreibt er seitdem eine Erfolgsgeschichte am Frankfurter Markt.


Home Office Wir bereiten uns jetzt auf die Zeit nach der Krise vor

Interview I. Hermreck, Bertelsmann „Wir bereiten uns auf die Zeit nach der Krise vor“

Interview mit Immanuel Hermreck, Personalvorstand von Bertelsmann

Home Office Wir bereiten uns jetzt auf die Zeit nach der Krise vor

„Wir bereiten uns jetzt auf die Zeit nach der Krise vor“

Gütersloh. Dass besondere Zeiten nach besonderen Maßnahmen verlangen, gilt unter dem Eindruck der Corona-Krise für alle Bereiche von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, ja, des Lebens allgemein. Und es gilt für die weltweite Personalarbeit bei Bertelsmann. Beinahe rund um die Uhr – und rund um den Globus im engen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen in aller Welt – entwickelt das HR-Team unter der Leitung von Immanuel Hermreck Ideen, Modelle und Maßnahmen, um der Krise zu begegnen und ihre Auswirkungen auf die Menschen bei Bertelsmann bestmöglich abzufedern. Darüber spricht der Personalvorstand im Interview im Bertelsmann-Intranet (Zweitveröffentlichung auf EMPLOYERREPUTATION autorisiert).

Herr Hermreck, die Welt hat in den Krisenmodus geschaltet – und Bertelsmann mit ihr. Wie sehen Sie unser Unternehmen in dieser Zeit?

Immanuel Hermreck: Bertelsmann macht mich einmal mehr sehr stolz. Seit Ende Januar, seit dem Corona-Ausbruch in China, läuft das Krisenmanagement auf Hochtouren. Wir haben überall schnell, entschlossen und angemessen reagiert. In den vergangenen Wochen, als sich die Epidemie endgültig zur weltweiten Pandemie auswuchs, und als klar wurde, dass sie auch uns wirtschaftlich massiv herausfordern würde, haben wir im Vorstand intensiv daran gearbeitet, die Liquidität von Bertelsmann zu sichern. Das ist uns durch ein Bündel von Instrumenten gelungen. Unser CEO hat aber auch davon gesprochen, dass gleichwohl eine von Unsicherheiten geprägte Zeit vor uns allen liegt. Hier ist die Personalarbeit gefordert. Wir müssen die Menschen bei Bertelsmann durch diese Zeit der Unsicherheit lotsen, sie motivieren, und Bertelsmann so in die bestmögliche Startposition für die Zeit nach der Krise bringen. Denn die wird kommen.

Wie kann die weltweite Personalarbeit das erreichen?

Immanuel Hermreck: Die HR-Community von Bertelsmann steht vor drei zentralen Aufgaben: Aus unserem eigenen Anspruch heraus ist es unsere erste Pflicht, dafür zu sorgen, dass möglichst viele Kolleginnen und Kollegen ihrer Arbeit nachgehen können, ohne sich dabei gesundheitlich in Gefahr zu begeben. Das hat Vorrang vor allem anderen. Aus unserer gesellschaftlichen Verantwortung heraus leisten wir durch zahlreiche Präventionsund Schutzmaßnahmen einen Beitrag zur Verlangsamung der Corona-Ausbreitung. Und aus unserer unternehmerischen Grundhaltung heraus helfen wir, Prozesse und Produktion bei Bertelsmann aufrechtzuerhalten, was mit Blick auf unsere Medien, die gerade jetzt als verlässliche Informations- und Unterhaltungsquellen eine so wichtige Rolle spielen, einen zusätzlichen gesellschaftspolitischen Aspekt hat. Ich bin wirklich stolz darauf, wie gut das klappt, und ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren großartigen Einsatz und das Vertrauen, das sie Bertelsmann entgegenbringen – egal ob im Homeoffice, im Büro oder in den Betrieben, wo die Einhaltung des gebotenen Sicherheitsabstands zum eigenen Ansteckungsschutz eine besondere Herausforderung darstellt.

Welchen Beitrag leistet die Personalarbeit, um die Corona-Auswirkungen für das Unternehmen Bertelsmann und seine Betriebe zu begrenzen?

Immanuel Hermreck: Die Corona-Pandemie überrollt jedes Geschäft unseres Konzerns, weltweit und in allen Unternehmensbereichen. Erst traf es unsere Firmen in China, dann in Italien, in Spanien, in ganz Europa, und mittlerweile ist es überall. Niemand war auf eine solche Entwicklung vorbereitet, deren ganzes Ausmaß wir immer noch nicht absehen können. Wenn wir von einem Tag auf den anderen nicht mehr reisen können, uns nicht mehr in Konferenzen treffen, eingespielte Schichtmodelle anpassen oder ins Homeoffice umziehen, dann stellt das eine Jahrzehnte alte Arbeitswelt auf den Kopf. In dieser Situation leistet die weltweite HR-Community einen wichtigen Beitrag, indem sie mit ihren Empfehlungen die Richtung für den Schutz von Unternehmen und Beschäftigten vorgibt. Wir geben Orientierung und Sicherheit. Aber wir helfen auch konkret: mit Pandemieplänen und Prävention, mit Schutzmasken und Desinfektionsmitteln und nicht zuletzt mit unserem Betriebsärztlichen Dienst, der zusammen mit der Konzernsicherheit eine ungemein wertvolle Arbeit leistet. Für den Einsatz von Betriebsarzt Sebastian Köhne, seinem Team und allen Pandemiehelfern bei Bertelsmann möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken. Sie machen einen tollen Job für uns alle. Wo es zu Krankheitsfällen in den Betrieben kam, liefen die Maßnahmen wie nach Lehrbuch.

Und was kann HR tun, um die Folgen der Epidemie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
abzumildern?

Immanuel Hermreck: Um zunächst die Verbreitung des Virus unter unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern selbst einzudämmen, hat der Krisenstab unter der Leitung von Martin Kewitsch (Executive Vice President HR Coordination & Shared Services bei Bertelsmann SE & Co. KGaA), der diese Aufgabe seit Wochen mit Überblick und Augenmaß wahrnimmt, eine Vielzahl medizinisch gebotener Schutzmaßnahmen eingeleitet. Dazu gehörten neben der genannten Verteilung von Atemschutzmasken und Desinfektionsmitteln frühzeitige Reisewarnungen, die dann in ein Reiseverbot mündeten, genauso wie der Umstieg von persönlichen Konferenzen auf Telefon- oder Video-Calls und die Anordnung von Homeoffice. Mit all dem haben wir Schritt für Schritt schon im Januar begonnen, als die Epidemie bei unseren Kolleginnen und Kollegen in China ausbrach. Alles in allem haben diese Maßnahmen dazu geführt, dass wir unter den 120.000 Beschäftigten noch immer verhältnismäßig wenige bestätigte Corona-Infektionen zählen.

Gegen eine Ausbreitung des Virus soll auch das von Ihnen erwähnte flächendeckende Homeoffice einen Beitrag leisten. Wie haben sie diesen Schritt bewältigt?

Immanuel Hermreck: Die Entscheidung des Vorstands über den Wechsel ins Homeoffice am 16. März war richtig, sie umzusetzen nicht einfach. Im Corporate Center beispielsweise waren zumindest die technischen Voraussetzungen dafür gegeben, dies war jedoch nicht überall der Fall. In gerade einmal eineinhalb Stunden haben wir die Rahmenbedingungen mit dem Betriebsrat ausgehandelt. Die Flexibilität beider Seiten in diesen Verhandlungen war enorm. Nur so konnten wir schnell handeln. Nur so konnten wir aber auch die Arbeitsfähigkeit des Corporate Center sicherstellen. In letzter Konsequenz sind wir über Nacht auf Vertrauensarbeitszeit umgestiegen. Das Unternehmen bringt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hier ein Höchstmaß an Vertrauen entgegen – und wir wissen, dass sie alles tun werden, um dem gerecht zu werden. Von den gängigen Vorurteilen, dass Homeoffice eine andere Form von Urlaub wäre, hört man jedenfalls nichts mehr. Im Gegenteil: Viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten gerade wegen der Krise fast rund um die Uhr. Doch egal ob zuhause oder im Büro: Es geht. Es funktioniert. Man muss es nur wollen und sich darauf einlassen. Und wer nicht gern zuhause arbeitet, freut sich auf die Rückkehr an den Arbeitsplatz. Auch nicht schlecht.

Aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen ja gerade auch ihr Privatleben neu organisieren…

Immanuel Hermreck: Sie sprechen Themen wie Kinderbetreuung oder Pflege an. Hier übernehmen wir als Personalleiter vielfältig Verantwortung und sprechen Empfehlungen an unsere Unternehmen aus, von denen viele vor Ort umgesetzt werden. Unter Hochdruck haben wir einen vierstufigen Plan aufgestellt, um Eltern zu helfen. Wir bitten Eltern zunächst, und sei es nur stundenweise, eine Betreuung für ihre Kinder zu suchen. Geht das nicht, bieten wir ihnen Homeoffice, flexible Arbeitszeitmodelle und den Tausch von Schichten an. Lässt sich wegen der Kinderbetreuung ein Arbeitsausfall nicht vermeiden, können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einvernehmlich von Arbeitszeitkonten oder dem Abbau von Überstunden Gebrauch machen. Wenn selbst das nicht reicht, empfiehlt Bertelsmann, den Mitarbeitern entgegenzukommen, wenn sie selbst Urlaubstage für die Kinderbetreuung einsetzen.

Inzwischen werden durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise, durch
wegfallende Aufträge und Aufgaben, auch Themen wie Kurzarbeit für Bertelsmann akut.

Immanuel Hermreck: Das ist leider richtig, auch wenn wir in der Tat die ökonomischen Folgen der Krise für Bertelsmann derzeit nicht beziffern können. Zwar kann Kurzarbeit nur in jedem einzelnen Unternehmen individuell beantragt werden, weil sie nun einmal von Auftragslage und Arbeitsmenge abhängt – und die differiert zwischen Branchen und Bereichen gerade sehr stark. Gibt es jedoch nicht mehr genug Arbeit für alle, kann sie ein sehr gutes Mittel sein, um Entlassungen zu verhindern und andere Härten aufzufangen. Und genau das ist unser oberstes Ziel: Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter in dieser Zeit einen sicheren Arbeitsplatz bei Bertelsmann haben. Denn wir alle haben derzeit mit dem Schutz unserer Gesundheit oder der unserer Familien schon genug Sorgen. Daher werden wir übrigens dort, wo Kurzarbeit eingeführt wird, ein besonderes Augenmerk auf Beschäftigte mit geringen Einkommen richten, wenn es um die Höhe der Aufstockung durch das Unternehmen geht.

… und nicht nur Kurzarbeit wäre eine Antwort auf die Krise?

Immanuel Hermreck: Es ist eine Möglichkeit von vielen, die in einigen unserer Unternehmen auch schon angewendet wird. Ich freue mich übrigens, dass Betriebe in Ländern außerhalb Deutschlands einen ähnlichen Weg im Sinne ihrer Beschäftigten gehen. Aber wir haben auch andere Modelle entwickelt. So wird beispielsweise die Auszahlung mehrjähriger Boni- und Gehaltsbestandteile von Führungskräften, die jetzt fällig wäre, über mehrere Monate in die zweite Jahreshälfte hinein verschoben. Das wünschen wir uns auch für die Gewinn- und Erfolgsbeteiligung und verhandeln darüber mit dem Konzernbetriebsrat. Weltweit wurden bei Bertelsmann für das Geschäftsjahr 2019 fast 100 Millionen Euro für Ansprüche aus Gewinnbeteiligungsmodellen errechnet. Wir werden die Gewinnbeteiligung in der zugesagten Höhe auszahlen. Das sichern wir genauso zu wie die Auszahlung der Boni 2019 und die grundsätzliche Weitergabe der vereinbarten Tariferhöhung zum 1. April. Wir möchten aber auch die Ausschüttung der Gewinnbeteiligung in den September verschieben und damit einen Beitrag zur Sicherung der Liquidität von Bertelsmann in den kommenden Monaten leisten. Denn wir reden von einer Phase, die es zu überbrücken gilt, nicht von einer Ewigkeit. Ich weiß, dass wir vielen jetzt vieles abverlangen – aber wir wollen jeden einzelnen und Bertelsmann insgesamt sicher durch die Krise bringen. Und hier danke ich zum einen den Betriebsräten, zum anderen den Mitarbeitern, dass sie uns so große Flexibilität entgegenbringen.

Was erwarten Sie denn von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern?

Immanuel Hermreck: Dass sie sich bitte auf die neue Lage einlassen und mitziehen: Egal ob man erstmals aus dem Homeoffice heraus arbeiten, in den Industriebetrieben den Abstand wahren, Überstunden abbauen oder ein paar Urlaubstage anders als geplant einsetzen muss. Um diese Krise gemeinsam zu überstehen, sind guter Wille und gesunder Pragmatismus notwendig. Auch appelliere ich an alle, deren Arbeitsbelastung in den nächsten Wochen vielleicht sinken wird, die neuen Freiräume fair und flexibel zu nutzen – beispielsweise durch persönliche Weiterbildung. Wir haben vor zwei Wochen eine interne Bildungsoffensive bei Bertelsmann gestartet. Auf unsere Beschäftigten warten Hunderte geeigneter Onlinekurse. Viele haben dieses Angebot schon angenommen, worüber ich mich sehr freue. Weiterbildung bringt jeden Einzelnen und Bertelsmann insgesamt in eine bessere Ausgangsposition für die Zeit nach Corona. Und natürlich bitte ich alle Kolleginnen und Kollegen darum, dass sie sich, ihre Familien und ihr Arbeitsumfeld bestmöglich vor Ansteckungen schützen. Das ist das Allerwichtigste, auch mit Blick auf unsere Zukunft.

Stichwort Zukunft – glauben Sie, dass die Corona-Krise die Arbeitswelt bei Bertelsmann nachhaltig verändern wird?

Immanuel Hermreck: Vieles wird sich dauerhaft ändern. Die Offenheit für das Homeoffice beispielsweise ist jetzt da. Wenn es in den kommenden Wochen funktioniert, wird niemand es mehr in Frage stellen können. Aber bevor das jetzt zu einseitig klingt: Wenn ich hier manchmal mutterseelenallein mit den anderen Vorständen im Corporate Center sitze, ist das nicht einfach nur einsam – ich vermisse meine Kolleginnen und Kollegen, mein Team, das Treiben um mich herum so richtig. Ich vermisse ehrlich gesagt auch die Dienstreisen, die Chance, mich mit Kolleginnen und Kollegen weltweit persönlich zu treffen. Gut, Dienstreisen wird es wieder geben, aber nicht in dem Ausmaß wie früher. Wenn Telefon- und Videokonferenzen sie jetzt so effizient ersetzen können, warum dann nicht auch nach der Pandemie? Zumal die Auswirkungen auf unseren CO2-Austoß enorm positiv wären. Trotz der aktuellen Krise und den damit einhergehenden Veränderungen blicken meine Vorstandskollegen und ich der kommenden Zeit also durchaus auch positiv gestimmt entgehen.

Gibt es eigentlich Momente, in denen sich der Umgang miteinander bei Bertelsmann als ganz besonders tragfähig erweist?

Immanuel Hermreck: Gerade jetzt zeigt sich, wie gut das konstruktive Miteinander bei Bertelsmann funktioniert und wie wichtig es ist. Die unbürokratischen Entscheidungswege, die Schnelligkeit und die Flexibilität – das alles ist nur möglich, weil wir einen partnerschaftlichen Umgang pflegen. Und weil wir wissen, dass wir das Doppelziel Schutz der Mitarbeiter und Schutz des Unternehmens nur zusammen erreichen. Es gibt weitere richtig schöne Signale dafür, wie Bertelsmann gerade zusammensteht: Wenn sich die HRCommunity wie andere Communitys bei Bertelsmann auch weltweit vernetzt und gegenseitig über die Lage und den Bedarf an Standorten auf allen Kontinenten austauscht. Oder auch ganz konkret, wenn das Corporate Center im Februar 10.000 Atemschutzmasken aus Gütersloh zu den Kollegen nach China schickt, und diese wenige Wochen später, kaum dass bei ihnen die Pandemie abflaut, 10.000 Stück von Peking auf den Weg nach Gütersloh bringen, die wir an unsere Firmen unter anderem in Italien, Spanien, Frankreich und Kroatien weitergeben können. Das ist Bertelsmann. So arbeiten wir – gestern, heute und in Zukunft. Und daraus entsteht ein unschätzbarer Wettbewerbsvorteil, auf den wir bauen können, wenn wir nach der Krise wieder durchstarten.

Quelle: Bertelsmann-Intranet, Veröffentlichung auf EMPLOYERREPUTATION autorisiert

Zur Person

Immanuel Hermreck_Bertelsmann Wir bereiten uns jetzt auf die Zeit nach der Krise vorImmanuel Hermreck ist der Personalvorstand von Bertelsmann

weitere Informationen und derLebenslauf finden sich hier

 

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Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Bloggerparade #HRvsCoronaKrise.

Hier sind die vorhergehenden Posts zur Bloggerparade #HRvsCoronaKrise:

#HRvsCoronaKrise: Jetzt nicht abwerben!

Corona-Hilfen für HR – zwei Projekte, die ich persönlich empfehle

#hrvscoronakrise: Interview mit Philip Behn, CEO von Imperfect Foods

#hrvscoronakrise: Interview mit Sabine Müller, CEO von DHL Consulting


Bürohund wedelt

"Wo gewedelt wird, da rücken die Menschen zusammen!" Nestlé, HRpepper,...

"Wo gewedelt wird, da rücken die Menschen zusammen!" Bürohunde bei Nestlé, HRpepper, Graumann und newsaktuell

Bürohund wedelt
Vorbemerkung: Diese Interviews haben wir geführt bevor die Pandemie in Deutschland angekommen ist. Ich habe mir lange überlegt, ob es angemessen ist, jetzt über ein so leichtes und alltägliches Thema zu bloggen, habe auch in mein Netzwerk hineingehört. Und viele Freunde und Kollegen sagten, dass sie gerade jetzt das Bedürfnis nach etwas Alltag und Normalität haben. Andere begegnen in der aktuellen Situation zum ersten Mal einem Hund im Büro, nämlich in ihrem Home Office, und finden es gut zu sehen, wie es anderen mit Bürohund geht. Deswegen gehen jetzt diese Interviews online, nicht obwohl, sondern gerade weil sie nichts mit Corona zu tun haben. Und jetzt zum eigentlichen Thema:

Warum Bürohunde wichtig und wie gut sie für Menschen und Unternehmenserfolg sind, das war das Thema dieses Experteninterviews: Ein „Wuff“ gegen Burnout! Interview mit M. Beyer, Bundesverband Bürohund e.V.

Heute stellen wir vier Unternehmen mit Bürohund in Interviews vor. Die Firmen gehen das Thema teilweise sehr unterschiedlich an, aber sie sind alle glücklich mit ihren Tieren.

Ach ja, bevor wir zu den Interviews kommen: Tatsächlich haben sich so viele Arbeitgeber mit Hund bei uns gemeldet, dass wir die Serie erweitert haben. Nächste Woche trefft Ihr hier noch drei Organisationen mit Bürohund im Interview („Menschen und Tiere sind gemeinsam einfach glücklicher!“ Bürohunde bei Purina, …).

Interview mit Dr. Virginia Bastian, Nestlé Human Resources Group Manager, Nestlé Deutschland AG

Name des Unternehmens: Nestlé Deutschland AG

Anzahl der Mitarbeiter: 10.000 in Deutschland, 1.000 am Standort Frankfurt, 800 in dem Bürogebäude, welches Hunde erlaubt

Anzahl der Bürohunde: 25

Bürohund erlaubt seit 2018, zunächst als Pilot für ein halbes Jahr, dann dauerhaft

Bürohund wedelt
EMPLOYERREPUTATION: Warum hat das Unternehmen Bürohunde zugelassen?

BASTIAN: Wir sind der zweitgrößte Hersteller von Hunde- und Katzennahrung. Ganz grundsätzlich halten wir Haustiere für sehr wertvoll, und wir sind überzeugt, dass Mensch und Tier gemeinsam am glücklichsten sind. Aus persönlicher Erfahrung und aus wissenschaftlichen Studien wissen wir, dass Bürohunde gut sind für Work-Life-Balance (allein schon weil man keine Unterbringung für den Hund organisieren muss), Resilienz und Unternehmensklima. Und das bestätigt sich jeden Tag. Beispielsweise hat mich ein Vorstandskollege nach einem schwierigen Meeting kürzlich mit den positiven Worten verabschiedet: „Wenn der Hund nicht da gewesen wäre, dann wäre der Tonfall wahrscheinlich ein anderer gewesen!“

Bürohund wedelt 2018-10-05-Pets-at-Work-Training-3189
EMPLOYERREPUTATION: Wie erfreuen Euch die Bürohunde?

BASTIAN: Wo soll ich da anfangen? Ich denke, besonders wichtig sind die freundlichen Gesprächsanlässe. Das erlebe ich auch persönlich. Wenn ich meinen Hund dabei habe, dann besuchen mich Kollegen, die sonst zurückhaltend sind und nicht einfach ein Schwätzchen mit der Personalleitung halten. Da heißt es dann „Darf ich `mal streicheln?“ und schon ist das Eis gebrochen. Kaum eine andere Begegnung im Büro bewirkt so entspannt und unkompliziert, dass eventuelle Antipathien, Konflikte oder übermäßiger Respekt vor Hierarchien überwunden werden.

Kurz: Wo gewedelt wird, da rücken die Menschen zusammen!

EMPLOYERREPUTATION: Gab es auch Probleme und wie wurden die Probleme gelöst?

BASTIAN: Nach dem Start gab es zum Glück keine Schwierigkeiten. Ich denke, wir haben die Probleme gelöst bevor wir Bürohunde zugelassen haben, und zwar auf Basis von Dialog und Rücksichtnahme. Wir sind sehr systematisch vorgegangen und haben uns viele Fragen gestellt: Was ist mit Hygiene? Was passiert bei Unfällen mit Hund? Gibt es Rassen, die nicht bürotauglich sind? Dann haben wir Antworten gefunden, die konsensfähig waren. Beispielsweise ist eine Hundehaftpflicht verpflichtend, und es gibt No-Go-Areas wie Kantine, Cafeteria, Büros von Allergikern. Bevor der erste Bürohund kam, haben wir dann sehr ordentlich aufgeklärt.

Auch die Halter von Bürohunden haben wir vom ersten Tag an nicht allein gelassen. Alle besuchen ein Training bei einem Hundetrainer, der auf Bürohunde spezialisiert ist. Der Trainer prüft u.a., ob der Hund sich in der Büroumgebung wohl fühlt und hilft bei unerwarteten Praxisfragen, z.B.: „Wie komme ich mit dem Hund durch das Drehkreuz?“

Dialog und Rücksichtnahme als Basis bedeutete für uns auch, dass wir in der Vorbereitung besonders die Menschen einbezogen haben, die Bürohunden sehr kritisch gegenüber standen. Gerade die Sorgen und Bedenken dieser Mitarbeiter haben wir gehört und berücksichtigt. Es gab da beispielsweise eine sehr hundeängstliche Kollegin die nach 30 Jahren Betriebszugehörigkeit mit Kündigung gedroht hat, denn ein Bürohund fühlte sich für sie absolut unerträglich an. Das Ergebnis des Dialogs ist fantastisch: Diese Kollegin ist mittlerweile öfters bei mir im Zimmer, um den Hund zu bespaßen.

Dr. Virginia Bastian, HR Group Director von Nestlé, über Bürohunde – und drei weitere Interviews zum Thema – mit Fotos von den Fellnasen!

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Zur Person

Dr. Virginia Bastian_portrait Nestlé Deutschland AGDr. Virginia Bastian, Nestlé Human Resources Group Manager, ist seit 12 Jahren im Konzern und war zuvor in der Beratung. Wir sind Nestlé, das größte Lebensmittel- und Getränkeunternehmen. Wir sind 308.000 Personen (m/w/divers), die von dem Ziel angetrieben werden, die Lebensqualität zu verbessern und zu einer gesünderen Zukunft beizutragen. Unsere Werte fußen auf Respekt: Respekt vor uns selbst, Respekt vor anderen, Respekt vor der Vielfalt und Respekt vor unserer Zukunft. Mit über 413 Fabriken in mehr als 85 Ländern verfügen wir über eine hohe Präsenz auf dem Lebensmittelmarkt. Wir glauben, dass unsere Mitarbeiter (m/w/divers) unser wichtigstes Kapital sind, und deshalb bieten wir Ihnen ein dynamisches, integratives internationales Arbeitsumfeld mit vielen Möglichkeiten über verschiedene Unternehmen, Funktionen und Regionen hinweg und arbeiten in diversen Teams mit vielfältigen Kulturen zusammen. Möchten Sie mehr erfahren? Besuchen Sie uns auf www.nestle.de.

 

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Interview mit Melina von Dawans von HRpepper Management Consultants GmbH & Co. KGaA

Name des Unternehmens: HRpepper Management Consultants GmbH & Co. KGaA

Anzahl der Mitarbeiter: 42

Anzahl der Bürohunde: aktuell zwei, zeitweise waren es bis zu vier

Bürohund erlaubt seit Anfang 2016

EMPLOYERREPUTATION: Warum hat das Unternehmen Bürohunde zugelassen?

VON DAWANS: Es gab den Wunsch von zwei Kolleginnen, den Hund zur Arbeit mitnehmen zu dürfen. Nach einer internen Befragung aller MitarbeiterInnen, war schnell klar, dass „tierische Kollegen“ sehr willkommen sind. Das überzeugte letztendlich auch Matthias Meifert, den Geschäftsführer von HRpepper, der anfangs von dieser Idee nicht begeistert war. Die Unterstützer argumentierten, dass Hunde eine schöne Abwechslung im stressigen Büro- / Berateralltag wären und es gut täte, mal zwischendurch einen Hund zu kraulen. Um die „Zusammenarbeit“ mit den Fellnasen zu regeln, wurde eine Dog-Policy erstellt. Dort ist u. a. festgehalten, dass die Hunde stubenrein sein müssen, den Arbeitsalltag nicht belasten dürfen und dass auf Personen mit Allergien oder Angst vor Hunden besondere Rücksicht genommen werden muss.

In der Vergangenheit hatten wir bis zu vier Bürohunde. Allerdings stimmen wir Hundebesitzer uns untereinander ab, sodass maximal zwei Hunde am Tag parallel im Büro sind. Aktuell haben wir nur einen Bürohund Tinka. Meine Hündin Luna ist leider im letzten Jahr von mir gegangen und unsere andere Bürohündin Pippa ist aktuell mit Frauchen in Elternzeit. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja bald wieder Zuwachs.

EMPLOYERREPUTATION: Wie erfreuen Euch die Bürohunde?

VON DAWANS: Das ist bei jedem ganz unterschiedlich, viele freuen sich, durch eine Streicheleinheit oder kurzes Spielen auf andere Gedanken zu kommen. Für die Herrchen und Frauchen ist es toll, noch mehr Zeit mit Ihren Vierbeinern verbringen zu können und sich nicht mehr um aufwendige und teure Betreuungen kümmern zu müssen. Kollegen, die zuvor kaum Berührungspunkte mit Haustieren hatten oder gar schlechte Erfahrungen mit Ihnen gemacht haben, haben die Möglichkeit diese „aufzuarbeiten“. Und auch unsere Kunden und Dienstleister freuen sich sehr, wenn Sie von einem Hund freundlich begrüßt werden. Die Hunde sind super für unsere Unternehmenskultur und bereichern definitiv unseren Büroalltag.

EMPLOYERREPUTATION: Gab es auch Probleme und wie wurden die Probleme gelöst?

VON DAWANS: Wir hatten bisher keine wirklichen Probleme, natürlich mussten sich Frauchen, Herrchen und Bürohund erstmal an die neue Situation im Büro gewöhnen. Und es musste ein Weg gefunden werden, wie die Betreuung des Hundes und das Gassi gehen in den Arbeitsalltag, der häufig von Meetings geprägt ist, integriert werden kann. Aber da alle Kollegen die Bürohunde als willkommene Gäste sehen, hilft man sich da mehr als nur gern aus.

Zur Person

HRpepperMelina von Dawans mit Kollegen und Bürohund gestaltet als Transformationsberatung seit 2012 Organisationen zukunftsfähig – und das mit einem neugierigen Blick, frischem Denken und innovativen Methoden. Zu den Kunden zählen sowohl DAX-Unternehmen als auch kleine und mittelständische Unternehmen. Die Beratung hat ihren Sitz in Berlin und ein weiteres Büro in Münster.

Melina arbeitet seit 2015 bei HRpepper. Sie ist Assistentin der Geschäftsführung und Marketingreferentin. Bei der Bearbeitung der vielen unterschiedlichen Themen und Projekte schafft sie es, alle Fäden zusammenzuhalten und nie den Überblick zu verlieren.

Privat ist sie ein großer Tierfreund und setzte sich auch bereits ehrenamtlich für den Tierschutz ein. Zuhause lebt sie mit ihren zwei Katern Milou und Peppino zusammen. Ihr im November 2019 verstorbener Bürohund Luna (auf dem Bild rechts zu sehen) war bis vor kurzem ihr täglicher Begleiter bei der Arbeit und im Privatleben.

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Interview mit Simone Graumann, Dr. Dieter Graumann Liegenschaftsverwaltung

Name des Unternehmens: Dr. Dieter Graumann Liegenschaftsverwaltung

Anzahl der Mitarbeiter: 4 (im Büro)

Anzahl der Bürohunde: 2

Bürohund erlaubt seit 2018 (Seit Balu bei uns ist. Vorher hat unsere Sekretärin ihren Hund nur mitgebracht, wenn Dieter nicht da war. Er hatte immer Angst vor Hunden…..)

Dr. Dieter Graumann Liegenschaftsverwaltung Bürohund wedeltEMPLOYERREPUTATION: Warum hat das Unternehmen Bürohunde zugelassen?

GRAUMANN: Dieter hatte, seitdem ich ihn kenne, immer Angst vor Hunden. Einen Welpen, den ich für meine damals 12 jährige Tochter nach Hause brachte, vor etwa 22 Jahren, musste ich nach drei Monaten dem Züchter zurück bringen, da er und mein Sohn nicht mit ihm klar kamen. Dass das meiner Tochter das Herz gebrochen hat, verstehst du bestimmt.

Dr. Dieter Graumann Liegenschaftsverwaltung Bürohund wedeltUmso erstaunter war ich, als mein Mann vor etwa fünf Jahren plötzlich einen Hund wollte. Ich wollte das nicht noch einmal mitmachen.

Vor zwei Jahren hatte er mich dann soweit und wir haben unseren Balu im tiefsten Bayern besucht. Es war Liebe auf dem ersten Blick, und es war natürlich klar, dass er den ganzen Tag mit uns sein soll.

Dr. Dieter Graumann Liegenschaftsverwaltung Bürohund wedeltSeitdem ich meine ehrenamtlichen Tätigkeiten beendet habe, arbeite ich wieder bei uns im Büro und Balu ist immer dabei. Und seit Balu im Büro ist, darf Luna, die Hündin unsere Sekretärin auch offiziell mit, sodass wir jetzt zwei Hunde im Büro haben.

EMPLOYERREPUTATION: Wie erfreuen Euch die Bürohunde?

Dr. Dieter Graumann Liegenschaftsverwaltung Bürohund wedeltGRAUMANN: Es ist schön zu sehen, wie sie uns in unseren jeweiligen Büroräumen besuchen, von einem zum anderen laufen, sich ihre Streicheleinheiten abholen und besonders Balu immer zum Schmusen bereit ist. Vielleicht noch wichtig, dass die Gassipausen, also der „gezwungene“ Aufenthalt an der Luft zwischendurch sicherlich der Arbeit förderlich ist. 😀

EMPLOYERREPUTATION: Gab es auch Probleme und wie wurden die Probleme gelöst?

Dr. Dieter Graumann Liegenschaftsverwaltung Bürohund wedeltGRAUMANN: Echte Probleme gab es nicht. Nur ist Luna sehr ruhig, während Balu sehr temperamentvoll ist. Mittlerweile hat er es aber verstanden und während Luna es sich oft auf einen Lederstuhl bequem macht, schläft Balu unten zu ihren Füßen.

Ein Problem war nur kürzlich der Einbau des neuen Aufzugs in dem Haus. Sieben Wochen konnten wir nur die Treppen benutzen. Wir sind im fünften Stock und so wurde jedes Gassigehen zu einer Herausforderung.

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Interview mit Edith Stier-Thompson Geschäftsführerin der news aktuell GmbH

Name des Unternehmens: news aktuell GmbH

Anzahl der Mitarbeiter: news aktuell beschäftigt über 135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Firmensitz ist in Hamburg. Weitere Standorte sind in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München.

Anzahl der Bürohunde: 4

Bürohunde erlaubt seit: 2017

EMPLOYERREPUTATION: Warum hat das Unternehmen Bürohunde zugelassen?

STIER-THOMPSON: Bürohunde bieten sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber viele Vorteile, denn sie wirken sich positiv auf das Arbeitsumfeld aus und verbessern die persönliche Work-Life Balance. Es ist zum Beispiel wissenschaftlich belegt, dass Hunde bei Menschen das Hormon Oxytocin freisetzen, das die Stresshormone Insulin und Cortisol reduziert. Hinzu kommt, dass das Thema „New Work“ für viele Arbeitnehmer immer wichtiger wird. Mitarbeiter wollen flexibler und selbstbestimmter in einem entspannten Umfeld arbeiten. Da sind unter Employer Branding Gesichtspunkten neben Benefits wie Home-Office und flexiblen Arbeitszeiten die Mitnahme des eigenen Hundes wichtig.

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EMPLOYERREPUTATION: Wie erfreuen Euch die Bürohunde?

STIER-THOMPSON: Die Bürohunde kommen im ganzen Unternehmen sehr gut an. Man sieht förmlich, wie ein Lächeln über die Gesichter vieler Mitarbeiter kommt, wenn sich einer der Hunde in einer „hundefreien Abteilung“ zeigt. Und das Lächeln entlocken unsere Bürohunde sogar nicht nur unseren Mitarbeitern, sondern auch unseren Social Media-Followern. Denn die news aktuell-Hunde sind nicht nur beliebte Arbeitskollegen, sondern auch kleine Social Media-Stars. Ob auf Twitter, Instagram oder Facebook: Tier-Content ist ein Dauerbrenner, denn er ist authentisch und weckt Emotionen. Und wenn wir interne Social Media-Bilder produzieren, sind die Hunde mittlerweile regelmäßig mit dabei.

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EMPLOYERREPUTATION: Gab es auch Probleme und wie wurden die Probleme gelöst?

STIER-THOMPSON: Bisher nicht. Das lag aber sicherlich auch daran, dass wir zunächst die Mitnahme von Hunden auf einmal pro Woche eingeführt haben und zudem die jeweiligen Mitarbeiter vorab in ihren Teams gefragt haben, ob jemand etwas dagegen hat. Das erste probeweise „Rantasten“ kam so gut an, dass es dann auch nicht bei einem Tag blieb. Zwischenzeitlich können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Hunde täglich mit ins Büro bringen. Selbstverständlich gab es auch „Hunde-skeptische“ Kollegen. Aber auch sie sehen die vierbeinigen Mitarbeiter inzwischen als Bereicherung. Eine ehemalige Hunde-skeptische Kollegin sagt inzwischen: “Ich glaube, unsere Bürohunde tun hier allen wirklich gut“.

Zur Person

Edith-Stier-Thompson (Geschäftsführerin news aktuell) bürohund wedeltAls hundertprozentige Tochter der dpa verschafft news aktuell Unternehmen und Organisationen einen effektiven Zugang zu Medien und Verbrauchern, so dass diese einfach und erfolgreich ihre Storys erzählen können. Über die digitalen Tools ots und zimpel gelangen PR-Inhalte an alle Medienformate. Zusätzlich veröffentlicht news aktuell alle PR-Inhalte seiner Kunden auf dem reichweitenstarken PR-Portal presseportal.de.

 

Edith Stier-Thompson ist nach Stationen bei Associated Press und dpa-Picture Alliance seit 2014 Geschäftsführerin bei news aktuell GmbH. Edith Stier-Thompson engagiert sich zudem als Gründungs- und erweitertes Vorstandsmitglied im Verein Global Women in PR Deutschland.

 

 

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bunter hund vorschaubild bürohund hat klare vorteile

Ein „Wuff“ gegen Burnout! Interview mit M. Beyer, Bundesverband Bürohund e.V.

Ein „Wuff“ gegen Burnout!

Interview mit Markus Beyer, Bundesverband Bürohund e.V.

Mit Bürohund ist das Leben bunter und entspannter, Bürohund hat klare Vorteile
Vorbemerkung: Dieses Interview haben wir geführt bevor die Pandemie in Deutschland angekommen ist. Die Veröffentlichung war für heute geplant. Ich habe mir lange überlegt, ob es angemessen ist, jetzt über ein so leichtes und alltägliches Thema zu bloggen, habe auch in mein Netzwerk hineingehört. Und viele Freunde und Kollegen sagten, dass sie gerade jetzt das Bedürfnis nach etwas Alltag und Normalität haben. Andere begegnen in der aktuellen Situation zum ersten Mal einem Hund im Büro, nämlich in ihrem Home Office, und finden es gut zu sehen, wie es anderen mit Bürohund geht. Deswegen geht jetzt dieses Interview online, nicht obwohl, sondern gerade weil es nichts mit Corona zu tun hat. Und jetzt zum eigentlichen Thema:

Für Unternehmen hat ein Bürohund klare Vorteile: Krankenstand und Fluktuation gehen runter und Motivation und Arbeitgeberimage verbessern sich. Das wirkt sich über kurz oder lang auf den Unternehmenserfolg aus.

Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren, denn mit dem Hundeblick kommt das Beziehungshormon Oxytocin, welches Stress und Depression reduziert und Sozialkompetenz erhöht.[1]

Dennoch ist vielen Arbeitgebern und Mitarbeitern die Vorstellung fremd, das Büro mit einem Hund zu teilen. Deswegen sprechen wir heute mit dem Vorsitzenden des Bundesverbands Bürohund e.V., Markus Beyer. (Für die kommende Woche sind Interviews mit Arbeitgebern und ihren Bürohunden geplant 😉 : „Wo gewedelt wird, da rücken die Menschen zusammen!“ Nestlé, HRpepper,…  und „Menschen und Tiere sind gemeinsam einfach glücklicher!“ Bürohunde bei Purina, …)

Herr Beyer, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für das Interview nehmen!

EMPLOYERREPUTATION: Obwohl Bürohunde so positiv wirken, gibt es doch viele Bedenken. Am häufigsten höre ich den Einwand, dass es Kollegen mit Hundehaarallergie oder Angst vor Hunden gibt. Wie kann ein Arbeitgeber damit umgehen?

BEYER: Bedenken begegnen uns immer wieder. Die Frage ist doch, was sind die Vorteile von Hunden im Büro und sind diese Vorteile groß genug, um Lösungen zu finden. Und da sage ich ganz klar: Ja! Seit Jahren steigen Burn-Out und andere psychische Erkrankungen. Bürohunde sind da eine wirkungsvollen Präventionsmaßnahme. Oxytocin hemmt Stresshormone. Hunde sorgen für Bewegung. Und für freundliche Kommunikationsanlässe. Das stärkt die Gesundheit aller Mitarbeiter.

Wer verstanden hat, dass Bürohunde ebenso notwendig sind wie Flexwork und Purpose, um qualifizierte Mitarbeiter zu halten und zu gewinnen, der findet einen Weg. Am besten, indem er Mitarbeiter in die Lösungssuche einbezieht, damit Bürohunde bei allen Kollegen für Resilienz und Motivation sorgen können. Lösungen könnten dann beispielsweise hundefreie Gebäudeteile oder Leinenpflicht auf dem Flur sein.

EMPLOYERREPUTATION: Wie verhindert man, dass sich Menschen mit Allergie oder Phobie abgeschoben fühlen, weil sie sich nur noch in bestimmten hundefreien Räumen aufhalten können?

BEYER: Zunächst ist das Problem nicht so groß wie häufig vermutet wird. Nur 3% aller Erwachsenen sind allergisch auf Hundehaare. Werden Allergiker und Menschen mit Angst vor Hunden bei der Erstellung der Bürohunde-Richtlinie einbezogen, dann definieren sie selbst mit, welche Räume hundefrei sind, sorgen also selbst dafür, dass der Bürohund sie nicht zu sehr einschränkt.

EMPLOYERREPUTATION: Wie vermeidet man, dass die Kommunikation und Kooperation in den Teams leidet, wenn man die Schreibtische nicht mehr nach Teams und Arbeitsprozessen sondern nach Hundeverträglichkeit sortiert?

BEYER: Wo es Einzel- oder Mehrpersonenbüros gibt, ist das vermutlich seltener eine Herausforderung. Denn der Kollege mit Bürohund kann einen Raum weiterziehen und die Nähe zum Team bleibt erhalten.

Großraumbüros wurden oft in der Hoffnung eingerichtet, die Kommunikation zwischen Kollegen zu intensivieren. Kollegen, die im Team arbeiten, sitzen deswegen im Großraum beieinander, um kurze Kommunikationswege zu haben. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass im Großraum weniger direkte Kommunikation stattfindet. Oft möchte man die Kollegen nicht stören und zieht sich zur Abstimmung in einen Meetingraum zurück. Und das bedeutet, dass die räumliche Nähe der Schreibtische für eine gute Kooperation entbehrlich ist. Die Kollegen müssen nicht beieinander sitzen. Es reicht, wenn sie sich in einem hundefreien Meetingraum treffen können.

EMPLOYERREPUTATION: „Dann wird ja jeder kommen!“ Das ist ein oft genanntes Argument gegen Bürohunde. Die Befürchtung ist, dass irgendwann im Büro mehr Hunde als Mitarbeiter wohnen und dass die Kollegen auch Minischweine und Hauspapageien mitbringen wollen. Was antworten Sie darauf?

BEYER: Der Arbeitgeber muss Minischwein und Hauspapagei nicht zulassen nur weil er Hunde erlaubt. Bürohunde sind nachweislich eine wichtige Prophylaxe-Maßnahme und deswegen ist es in Ordnung, nur Hunde im Büro zu erlauben.

Nach unserer Erfahrung wollen nur 3,5% aller Kollegen einen Hund ins Büro mitbringen. Der Arbeitgeber kann ja per Betriebsvereinbarung oder Bürohund-Policy die Anzahl der Hunde zunächst begrenzen und dann mit der Zeit eine höhere Anzahl erlauben – oder auch nicht.

EMPLOYERREPUTATION: Dann dürfen ein paar Kollegen einen Hund mitbringen und andere nicht? Fühlen sich die Kollegen, deren Hundewunsch nicht erfüllt wird, dann nicht ungerecht behandelt?

BEYER: Diese Gerechtigkeits-Frage stellen uns fast nur Arbeitgeber, die noch keine Bürohunde zulassen. Meist taucht das Problem nicht auf, weil nur wenige Mitarbeiter den eigenen Hund mitbringen wollen. Und wo das anders ist, da liegt es meist daran, dass das Unternehmen so gute Erfahrungen mit mehreren Bürohunden gesammelt hat. Sollte die Gerechtigkeits-Frage in der Praxis doch ein Thema werden, so gilt wie immer: Alle Beteiligten an einen Tisch und gemeinsam nach Lösungen suchen.

EMPLOYERREPUTATION: Was sind Ihre drei wichtigsten Empfehlungen an Arbeitgeber, die Bürohunde zulassen wollen?

BEYER:

1.      Werden Sie sich darüber klar, dass und warum Sie Bürohunde wollen!

2.      Kommunizieren Sie!

3.      Binden Sie die Menschen ein!

Herr Beyer, danke für das Gespräch!

Zur Person:

Markus Beyer mit Bürohund

Markus Beyer, 57 Jahre, war mehr als 25 Jahre in Führungspositionen nationaler und internationaler Unternehmen tätig und ist seit 2012 Coach für Menschen mit Hund in Berlin und Gründer des BVBH e.V.

Der gemeinnützige Verband wurde im Jahr 2014 mit folgenden Arbeitsschwerpunkten gegründet:

1.  Öffentlichkeit für die Themen Zukunft der Arbeit, Menschlichkeit in der Arbeitswelt, Psychische Erkrankungsrisiken und Bürohunde schaffen

2.  Mitglieds-Unternehmen und Mitarbeitende bei der Integration von Hunden im Büro mit dem Programm #BürohundExperte unterstützen und begleiten

3. Mitglieds-Unternehmen mit Bürohund in den Bereichen Arbeitgebermarke, Öffentlichkeitsarbeit und Recruiting mit dem Programm #TeamBürohund unterstützen.

Photo: Markus Beyer mit Bürohund Nando © Bundesverband Bürohund e.V.

[1] . Wie gut sich Hundebegegnungen auf unsere psychische und körperliche Gesundheit auswirken, ist z.B. hier gut zusammengefasst: https://xn--bv-brohund-deb.de/wissenschaftliche-untersuchungen/